5000 Jahre Feuerbestattung
Moderne Bestattungsform mit traditionsreicher Vorgeschichte.

Ein Blick zurück in die Geschichte der Menschheit zeigt, dass die Feuerbestattung eine sehr alte, traditionsreiche Bestattungsform ist. Bereits zum Ende der Steinzeit gab es in Europa und in "Nah-Ost" erste Feuerbestattungen. Historische Funde, welche die frühesten Feuerbestattungen belegen, reichen zurück bis etwa 3000 Jahre vor Christus. In der Bronzezeit, etwa 2500 bis 1000 vor Christus, breitete sich die Feuerbestattung allmählich nach Nordeuropa aus.

Im antiken Griechenland und im Römischen Reich war diese Form der Beisetzung sehr populär und auch Cäsar hat seinen Leichnam kremieren lassen. Um die Asche aufzubewahren, wurden schon früher besondere Urnen, aber auch Vasen oder Krüge benutzt.

Auch zu Beginn des Christentums war die Feuerbestattung die vorherrschende Form der Beisetzung. Erst Karl der Große hat in seiner Neuregelung zur Bestattungskultur aus dem Jahre 786 die Verbrennung von Toten verboten. Hintergrund war der christliche Glaube an die Wiederauferstehung.

Erst Ende des 18. Jahrhundert, mit der Zeit der Aufklärung, veränderte sich die damalige Denkweise wieder. Aus hygienischen Gründen, um Seuchen einzudämmen, wurde die Feuerbestattung im christlich geprägten Europa wieder eingeführt. 1876 wurden in Mailand und zwei Jahre später in Gotha die ersten Krematorien in Europa gebaut. Trotz des ausdrücklichen Verbots "der Verbrennung von Leichen" durch die katholische Kirche 1886 stieg die Zahl der Krematorien unaufhörlich.
1934 wurde die Feuerbestattung im Grundgesetz der traditionellen Erdbestattung gleichgestellt und 1963 durch Papst Johannes XXIII. von der katholischen Kirche anerkannt. Somit sind Gläubige heute völlig frei bei ihrer Entscheidung über die unterschiedlichen Bestattungsformen.

Seit dieser Zeit steigt die Zahl der Feuerbestattungen in Deutschland stetig an. Lag der Anteil vor rund 10 Jahren gerade mal bei 39 Prozent, werden heute schon nahezu 60 Prozent der Verstorbenen feuerbestattet (Stand 2011). Tendenz weiter steigend.

Die starke Zunahme der Feuerbestattung in den letzten Jahrzehnten hat Ihren Grund zum einen in den deutlich höheren Kosten für eine Erdgrabstelle im Vergleich zum Urnengrab. Andererseits spielen auch ästhetische und hygienisch/ökologische Überlegungen eine Rolle, wonach manche die Verbrennung im Gegensatz zur Verwesung des Leichnams im Boden als sauberer betrachten.


Der Siemens’sche Ofen

Krematorium Stuttgart 1906